Wie viel sollte ein Verlobungsring kosten?

Spiegelt der Preis eines Verlobungsrings den Wert der Liebe wieder?

Jedes Jahr zerbrechen sich zahlreiche Männer den Kopf über ein angemessenes Budget für einen Verlobungsring. Während die meisten die 2-Monatsregel kennen, die besagt, dass der Verlobungsring mindestens zwei Nettomonatsgehälter kosten sollte, wissen die wenigsten, dass diese Regel so pauschal wie unbrauchbar ist.

Denn wie viel ein Verlobungsring wirklich kosten sollte, hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab.
Um herauszufinden, wie hoch Ihr Budget sein sollte, stelle ich fünf Regeln vor, mit denen Sie garantiert nichts falsch machen!

Das oberste Ziel…

Beim Kauf eines Verlobungsringes sollte das übergeordnete Ziel lauten: die beste Qualität für den günstigsten Preis.



Um dieses Ziel zu erreichen, ist die 2-Monatsregel aus mindestens zwei Gründen unbrauchbar:
1) Nicht jeder kann auf zwei Nettomonatsgehälter verzichten (Miete, Strom, Essen und Sonstiges muss weiterhin bezahlt werden) und
2) nicht jeder kann auf Erspartes zurückgreifen. Manche Männer erwägen sogar, sich für den Verlobungsring zu verschulden. Warum das denkbar schlecht ist, erkläre ich gleich. Doch zuerst ein bisschen Psychologie …

Warum teuer nicht immer besser ist…

Angenommen Sie stöbern durch die Galerie eines Schmuckhändlers und schauen sich nach einem passenden Verlobungsring um. Der eine Ring sieht ganz gut aus und passt gerade noch ins Budget. Dann ist da aber noch ein zweiter Ring, der auch ganz hübsch aussieht und zudem wesentlich günstiger ist.

Greifen wir letztendlich zu dem günstigeren Verlobungsring, entsteht bei uns eine Dissonanz. Das heißt eine Spannung zwischen zwei sich widersprechenden Gedanken.

Der eine besagt: Ein teurer Ring spiegelt den Wert meiner Liebe wieder. Ein günstiger Ring bedeutet, dass mir unsere Liebe nicht viel wert ist. Günstiger Ring und große Liebe passen nicht zusammen und lösen ein unangenehmes Gefühl aus.

Speziell bei Verlobungsringen kommt dieses schlechte Gefühl nicht von irgendwoher, sondern ist das Resultat einer riesigen Marketingkampagne des 20. Jahrhunderts.

Um das besser verstehen zu können, müssen wir ein wenig in der Geschichte zurückgehen.



Woher die 2-Monatsregel kommt…

Als The Guardian im Jahr 2002 der Frage nachging, wie viel ein Verlobungsring kosten sollten, kam der Journalist zu dem Schluss, dass die Gerüchte von den zwei Monatsgehältern direkt aus der „publicity machine“ von De Beers stammen.

De Beers ist einer der „der größte Diamantenproduzenten und -händler der Welt“ (Wikipedia) und somit an hohen Ausgaben beim Kauf von Verlobungsringen interessiert.
Doch wie genau kommt De Beers auf zwei Monatsgehälter?

Was kaum einer weiß…

Kaum einer weiß, woher die Regel kommt, dennoch sitzt sie fest in unsern Köpfen und scheint so sicher wie das Amen in der Kirche.

Was man unbewusst für wahr hält, hinterfragt unser Gehirn nicht, denn es wird als gegeben angesehen.
Dabei ist die „Tradition“ der Zwei Monatsgehälter wesentlich jünger als die meisten denken.

Erst im Laufe des letzten Jahrhunderts wurde die Regel in weiten Teilen Europas und Nordamerika verbreitet. Und das alles verdanken wir ein paar Diamanten, die niemand kaufen wollte…

Früher (vor dem Zweiten Weltkrieg) war es nicht üblich einen Diamantring als Verlobungsring zu besitzen.
Zu diesem Zeitpunkt besaßen nur etwa 10 % der Verlobten einen Diamantring als Verlobungsring (im Vergleich dazu heute rund 80 %, Tendenz steigend).

Dieser Wandel hatte nicht zufällig stattgefunden, sondern war vielmehr direkt von De Beers in die Wege geleitet worden.

Das große Problem…

De Beers hatten nämlich ein Problem: Die Menschen waren nicht sehr daran interessiert, Diamanten zu kaufen. Diamanten waren die Steine für die Super Reichen, sie waren sehr selten und extrem teuer.
Besaß man etwas Geld, investiere man es lieber in andere Dinge, wie zum Beispiel ein Haus oder ein Auto. Nicht aber in einen Diamanten.



Als in den 70er Jahren des 19 Jahrhunderts große Diamantminen in Südafrika entdeckt wurden, besaß De Beers plötzlich große Menge an Diamanten.

Doch er wusste, dass nur wenige Käufer (die Superreichen) in Aussicht standen. Mit so vielen Diamanten und so wenigen Käufern würde der Diamantmarkt sehr bald vollkommen übersättigt sein.

Was also tun?

De Beers hatte einen Plan: Er wollte mehr Käufer aus unterschiedlichen Einkommensschichten für Diamanten begeistern. Und das hat er auch.

Wie hat er das geschafft?

De Beers hatte sich das Ziel gesetzt, dass jeder, der einen Diamanten geschenkt bekam, sich geliebt und überaus glücklich fühlen sollte.
Er versuchte „eine Situation zu schaffen, in der jede Person, die vorhatte zu heiraten, sich dazu veranlasst fühlt, einen Diamantverlobungsring zu erhalten.“ Jeder Antrag ohne Diamantring sollte als unvollständig erscheinen.

Erreichen wollte er das unter anderem mit vielen Werbefotos, auf denen er Stars mit Diamantringen zeigte. Männern vermittelte er das Bild, ein Diamant spiegle die Maskulinität des Mannes wieder.

Er stellte eine direkte Verbindung zwischen Romantik, Liebe und einem Diamantring her.

Sein Marketing zeigte Wirkung.

Innerhalb von nur vier Jahren ist die Zahl der verkauften Diamantringe als Verlobungsring in Amerika von ursprünglich 10 % um ganze 55 % gestiegen!

Kommen wir zur 2-Monatsregel…

Noch Ende der 30er verbreitete De Beers die Empfehlung ein ganzes Monatsgehalt für einen Verlobungsring auszugeben, rund 40 Jahre später war es doppelt so viel: zwei Monatsgehälter.

Anstatt De Beers für verrückt zu erklären, derart hohe Summen zu fordern, wurde seine Empfehlung akzeptiert! Das war natürlich weder Zufall noch Glück.

Vielmehr war es die Ernte eines schlichten aber mächtigen Slogans, der heute immer noch verwendet wird:

„A diamond lasts forever“

Ausgehend von diesem Slogan wurde folgende Botschaft verbreitet:

„Isn’t two months‘ salary a small price to pay for something that lasts forever?“

De Beer stellte ganz einfach einen Kontrast zwischen 2 Monaten und dem gesamten Leben her. Und zwei Monate im Vergleich zu unzähligen Lebensjahren sehen doch wirklich wie ein Schnäppchen aus, oder?



Nun wissen wir, dass das was heute viele für eine Tradition halten, eine erfolgreiche Marketingkampagne des 20. Jahrhunderts war.

Die 2-Monatsregel ist in unser Unterbewusstsein übergegangen und zeigt nachhaltig Wirkung:
Nur wenn ich viel Geld für den Verlobungsring ausgebe, bin ich ein guter Ehemann. Gebe ich wenig für den Ring aus, muss unsere Liebe schlecht sein.

Günstig und gute Liebe ruft bei uns ganz einfach einen Widerspruch hervor, dank De Beers!

Was der Durchschnitt ausgibt…

Jetzt, da Sie wissen, woher die 2-Monatsregel kommt, sollten wir uns anschauen, was Männer durchschnittlich für Verlobungsringe ausgeben.
Dazu möchte ich drei Umfrageergebnisse der letzten Jahre vorstellen.

Die erste Umfrage ist von Hixoc (England) aus dem Jahr 2007.
Rund 64% der verheirateten oder verlobten Männer gaben an drei Nettomonatsgehälter für die Verlobungsringe auszugeben.
Ganze 11 % investierten sogar mehr als das.



Da das durchschnittliche Gehalt eines britischen Mannes im Jahr 2007 bei £ 22.500 (ca. 30.400 EUR) lag, entspricht das einem Nettodreimonatsgehalt von rund £ 4.000 (ca. 5.400 EUR).

Ähnliche Ergebnisse in den USA: „Basierend auf verschiedenen Umfragen und Studien soll der durchschnittliche Verkaufspreis eines Verlobungsringes in den USA zwischen 2.500 und 6000 US-Dollar betragen.“ (Wikipedia)

Und in Deutschland? In Deutschland geben rund 80 % durchschnittlich 600 Euro aus.

Da die Studien nur Durchschnittswerte präsentieren und die einzelnen Ausgaben stark schwanken können, sowie kaum Informationen zu dem finanziellen Hintergrund der Befragten liefern, helfen uns die Studien ebenso wenig weiter, wie es die 2-Monatsregel tut.

Deswegen kommen wir jetzt zu 5 Regeln mit denen Sie garantiert das richtige Budget finden:

Wie viel ein Verlobungsring kosten sollte: Die 5 Regeln für das richtige Budget!

① Budget festlegen und daran festhalten! Die erste und wichtigste Regel. Setzen Sie sich ein vernünftiges Budget und halten Sie daran fest.
Das gibt Ihnen nicht nur ein Gefühl der Sicherheit, sondern bewahrt Sie auch davor, aus spontanem Eifer zu viel für den Verlobungsring auszugeben.
Zusätzlich können Sie die Suche stärker einschränken.

② Wohl fühlen mit dem Budget! Das Budget sollte keine langfristigen Einschränkungen in ihrem gewohnten Lebensstil zur Folge haben. Vor allem, sollten Sie sich nicht unwohl fühlen.
Stellen Sie sich selbst die Frage: Muss ich bei Budget X auf vieles verzichten?
Wenn die Antwort ja lautet, dann setzen Sie Ihr Budget niedriger an!

③ Verschulden Sie sich nicht! Der Verlobungsring ist erst der Anfang…. Danach kommt in der Regel noch die Hochzeit, Flitterwochen….

④ …und die Trauringe!. Deswegen ist es wichtig zu wissen, ob es bei den Verlobungsringen bleibt (diese also später als Eheringe verwendet werden) oder ob Sie noch separate Hochzeitsringe kaufen (in diesem Fall sowohl für den Mann als auch für die Frau).
Manche Shops wie beispielsweise Zoara bieten praktischerweise sogenannte „Weddingsets“ an, bei denen Sie Verlobungsring und Trauring gemeinsam erwerben können. Diese sind optisch aneinander angepasst.

⑤ Sparen Sie Geld! Es ist kein Geheimnis, dass ein Verlobungsring gleicher Qualität online wesentlich günstiger ist als beim Juwelier um die Ecke.
Teilweise bis zu 60 %. Trotz anfänglicher Skepsis tendieren immer mehr Suchende zu dieser Option. Man sollte jedoch darauf achten von bekannten und vertrauenswürdige Online Shops zu kaufen.
Mehr über Verlobungsringe online kaufen erfahren Sie hier.

Nur um ein Beispiel zu nennen: Besonders beim Diamanten lässt sich online einiges sparen. Wenn Sie Online Shops besuchen, die auf Diamanten spezialisiert sind (beispielsweise Zoara), können Sie gezielt einen Diamanten nach den 4Cs (spezielle Qualitätskriterien bei Diamanten) aussuchen. Wie genau das funktioniert erfahren Sie in meinem Artikel über Diamantringe.