Am Anfang steht die Wahl des passenden Ringmodells. In erster Linie ist der eigene Geschmack tonangebend, dennoch lohnt es sich in vielen Fällen, nicht nur nach dem Äußeren zu schauen. Denn jede Ringform hat eigene Vor- und Nachteile, die mit in die Entscheidung einbezogen werden sollten. Manche Ringe eignen sich dabei besonders gut als Verlobungsringe, andere besser als Eheringe. Erfahren Sie mehr…

Der Solitärring

Der Solitärring ist der Klassiker unter den Verlobungsringen und wird von allen Ringmodellen am häufigsten als Verlobungsring verschenkt.

Den Solitärring gibt es in verschiedenen Variationen. Grundsätzlich besteht er aus einer Ringschiene und einem Diamanten, der von 3-6 Krappen („klauen- oder krallenartigen Halte-Elemente einer besonderen Edelsteinfassung“ Wikipedia) gehalten wird.

Solitärring

Wie der Name des Rings verrät, („solitare“, Französisch für Einzelgänger), zeichnet sich der Solitärring dadurch aus, nur einen einzelnen Stein zu fassen. In der Regel einen Diamanten im Brillantschliff. Der einzelne Diamant steht symbolisch für die einzig wahre Liebe.

In der traditionellen Form wird der Brillant von insgesamt sechs Krappen gehalten. Die Krappenhaltung hat den Vorteil kaum etwas von dem Diamanten zu verbergen. Durch das einflutende Licht, kann der Diamant seine Leuchtkraft optimal entfalten (je weniger Krappen den Diamanten halten, desto mehr Licht).

Drei Krappen geben ganz klar mehr vom Diamanten frei, fassen den Diamanten aber auch nicht so sicher, wie eine Sechskrappenhaltung.

Die Ringschiene kann schmal oder breit sein. Eine schmale Ringschiene ist besonders dann vorteilhaft, wenn Sie den Verlobungsring nach der Trauung als Vorsteckring verwenden möchten. Des Weiteren hat eine schmale Ringschiene den Vorteil den Diamanten größer wirken zu lassen, als ein gleich großer Diamant an einer breiteren Ringschiene (Kontrasteffekt)! Schauen Sie selbst:



Schmale Ringschienen eignen sich zudem besonders gut für schmale und längliche Finger.

Als Material wird beim Solitärring am häufigsten Weißgold verwendet. Möglich sind aber auch alle anderen Edelmetalle (einen Vergleich der Edelmetalle finden Sie hier).

Bei dem Diamanten sind so gut wie alle Formen und Schliffe denkbar. Am beliebtesten ist der Brillant.

Zu guter Letzt: Im Vergleich zu anderen Ringformen, besteht ein entscheidender Vorteil des Solitärrings darin, dass sich die Größe sehr einfach ändern lässt.

Der Pave Ring

„Pave“ heißt im Englischen pflastern und Pavé im Französischen der Pflasterstein. Wie eine Straße mit Pflastersteinen ist der Pave Ring rechts und links entlang der Ringschiene mit kleinen Diamanten bedeckt.

Pavering



In der Mitte befindet sich wie beim Solitärring ein größerer Diamant. Dank der vielen kleinen Diamanten leuchtet der Pave Ring besonders stark.

Idealerweise besteht der Pave Ring aus so vielen, dicht beieinander gesetzten Steinen, dass von der eigentlichen Ringschiene, dem Edelmetall, nichts mehr zu sehen ist und der Eindruck entsteht, der Ring bestehe allein aus Diamanten. Die einzelnen kleinen Diamanten werden dabei in kleinen Fugen mit Mini-Krappen gehalten.

Da der Ring aus vielen Steinen besteht, muss beim Pave Ring nicht so viel Wert auf die einzelnen Diamanten gelegt werden. Das heißt auch günstigere Diamanten von minderer Qualität eigenen sich, da sie das Gesamtbild nicht stören (anders als beim Solitärring, hier ist der einzelne Diamant wichtig).

Beim Pave Ring gibt es hauptsächlich zwei Varianten. Typisch sind Pave Ringe, die entweder rundherum mit Diamanten besetzt sind (die ganze Ringschiene entlang) oder bis zur Hälfte.

Ein Nachteil, der sich aus einem vollbesetzten Pave Ring ergibt, ist die relativ schwierige Größenanpassung im Nachhinein. Je mehr Steine, desto schwieriger. Im schlimmsten Fall muss der Ring komplett neu gemacht werden.

Ringe mit Seitensteinen

Ring mit SeitensteinenEin Ring mit Seitensteinen besteht in der Regel aus mindestens drei Steinen. Einem Hauptstein in der Mitte und zwei oder mehreren Seitensteinen.

Im Unterschied zum Pave Ring wirken die Seitensteine nicht wie gepflastert, sondern stehen mehr für sich, als einzelne Steine.

Für wie viele Steine man sich entscheidet ist Geschmackssache. Generell kann man sagen, je mehr Steine, desto größer der allgemeine „Blink-Effekt“.

Wie bei anderen Ringtypen auch gilt hier die Regel: Bei kleinen Seitensteinen wirkt der Hauptdiamant größer.



Wie bei den meisten anderen Ringformen sind beim Ring mit Seitensteinen so gut wie alle Diamantschliffe möglich. Am häufigsten wird der Brillant und Prinzessschliff gewählt.

Eine bekannte Variante des Rings mit Seitensteinen ist der Drei Stein Ring…

Drei Steine Triologie

DreisteineringDer Drei Steine Ring ist eine Variante des Rings mit Seitensteinen. Der Drei Steine Ring, auch Trinity oder Triologie genannt, besteht, wie der Name sagt, aus drei Steinen: einem Hauptdiamanten in der Mitte und zwei kleineren Seitensteinen.

Die Drei Steine stehen symbolisch für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Für gewöhnlich sind die Seitensteine kleiner als der Hauptdiamant in der Mitte. Aus gutem Grund: Bis zu einer bestimmten Größe gilt: je kleiner die Seitensteine, desto größer wirkt der Hauptdiamant.

Es ist aber auch möglich einen Drei Steine Ring mit drei gleich großen Diamanten zu erwerben. Bei diesen Ringen ist der allgemeine Blink Effekt größer, als bei einem Ring mit einem einzigen großen Diamanten.

Der Drei Steine Ring wird eher selten als Verlobungsring verschenkt.

Der Spannring

SpannringDer Spannring zählt zu den schlichten Ringmodellen und ist neben dem Solitärring einer der beliebtesten Verlobungsringe.

Den Spannring kann man als Klassiker der Moderne bezeichnen. Kein Wunder, denn das schlichte Design fasziniert: Allein durch die Spannkraft der Ringschiene wird ein Edelstein in der Mitte des Rings gehalten. Dabei gibt es ganz klar zwei Vorteile:

1. Der erste Vorteil besteht darin, dass man beim Tragen des Spannrings weniger Gefahr läuft, irgendwo hängen zu bleiben. Zum Beispiel beim Überziehen eines Pullovers. Das kann bei einem Solitärring mit dem hervorstehenden Ringkopf schnell passieren.

2. Der zweite Vorteil besteht in der Optik: Bei keinem Ring sonst hat man eine derart freie Sicht auf den Diamanten. Damit kommt der teure Diamant besonders gut zur Geltung.

Entgegen der allgemeinen Annahme der Spannring biete keinen sicheren Halt für den Diamanten (der Diamant könne schnell verloren gehen), zählt er zu den sichersten Ringformen, die es gibt.

Für einen optimalen Halt kerben die meisten Juweliere zwei kleine Mulden in die Seiten, zwischen die der Diamant eingespannt wird. Damit ist Rutschgefahr praktisch ausgeschlossen.

100%ig sicher ist allerdings keine Ringform. Entscheidet man sich für einen Diamanten, kann es passieren, dass sich der Diamant aufgrund von Druck oder sehr starken Stößen spaltet. Und ein gespaltener Diamant ist erstens nicht schön und fällt zweitens sehr leicht aus der Fassung.

Doch auch dagegen kann man sich absichern, denn glücklicherweise gibt es eine dem Spannring optisch ähnliche Alternative: der Ring mit Spannringoptik.

Die Ringschiene des Verlobungsrings mit Spannringoptik wird, im Gegensatz zum normalen Spannring, nicht unterbrochen. Lediglich das Edelmetall, das den Diamanten umgibt, wird entfernt. Somit hat man Spannringoptik, Sicherheit und Alltagstauglichkeit in einem Ring vereint.

In der Regel sind Ringe mit Spanringoptik auch etwas günstiger, als echte Spannringe, da sie einfacher herzustellen sind.



Ähnlich wie beim Pave Ring ist es auch beim Spannring um einiges schwieriger, die Ringgröße nachträglich zu verändern.

Der Halo Ring

HaloringDer Haloring ist in Deutschland nicht sehr bekannt, dafür sehr exklusiv. Der Haloring ist nach einem „Halo“ oder Heiligenschein benannt. Warum, erkennt man, wenn man sich den Ring von oben anschaut:

Wie bim Pave Ring zieren den Haloring gleich mehrere Diamanten. Im Unterschied zum Pave Ring umranden diese Steine in der Regel den Hauptdiamanten und sind nicht an der Ringschiene zu finden. Dabei kann der Hauptdiamant auch von mehreren Diamantkreisen umzogen sein.

Der größte Vorteil, den der Haloring mit sich bringt, ist eine kleine optische Täuschung, durch die der mittlere Diamant wesentlich größer wirkt, als er tatsächlich ist. Das kann einen Unterschied von bis zu 0,5 Karat ausmachen!

Wie das funktioniert?

Die optische Täuschung ist durch die umgebenden kleineren Kreise zu erklären. Schaut man sich im Bild die zwei Kreise in der Mitte an, erscheint Ihnen der linke Kreis in der Mitte vermutlich wesentlich größer, als der rechte Kreis in der Mitte.

Haloring-Wahrnehmung-klein

Tatsächlich sind beide Kreise aber gleich groß! Unser Gehirn lässt sich durch die Umgebungsreize (die anderen Kreise) fehlleiten, da bei der Größeneinschätzung ganz automatisch immer auch die Umgebung mit berücksichtigt wird.

Das heißt, die Objekte werden miteinander verglichen. Das gleiche Prinzip wirkt auch beim Haloring.

Der mittlere Edelstein oder Diamant ist in der Regel rund, es ist aber auch möglich, andere Formen zu wählen, z. B. einen ovalen Diamanten.

Ist die Ringschiene nicht mit Diamanten besetzt, ist eine Größenänderung im Nachhinein relativ einfach.

Memoire Ring

MemoireringDer Memoire Ring, auch bekannt unter den Namen Memory-, Allianz-, oder Eternityring, zeichnet sich durch eine durchgehend mit Diamanten besetzte Ringschiene aus.

Deswegen wird er auch als Eternityring bezeichnet, was so viel bedeutet wie „Ring der Unendlichkeit“. Denn ist der Ring komplett mit Edelsteinen besetzt, gibt es kein Ende und keinen Anfang.

Im Gegensatz zum Pave Ring wirkt der Memoire Ring aber nicht wie gepflastert, da jeweils nur ein Diamant an den nächsten gereiht ist.

Der Memoire Ring wurde bereits im 2. Jahrhundert v. Christus im alten Ägypten verschenkt. Damals war es eher üblich, den Memoire Ring nicht von Anfang an komplett mit Diamanten zu besetzen, sondern zunächst nur drei bis fünf Diamanten einzulassen.

Jeder einzelne Stein symbolisierte dabei ein wichtiges Lebensereignis, wie eine Geburt oder eine Hochzeit.

Bei jedem weiteren wichtigen Lebensereignis wurde der Ring um einen weiteren Stein ergänzt, bis der Kreis in sich geschlossen war.

Der Memoire Ring zeichnet sich durch einen hohen Tragekomfort aus und ist alltagstauglich. Da die Oberfläche relativ eben ist, besteht keine Gefahr, sich zu verfangen.

Ist der Memoire Ring rundherum mit Diamanten besetzt, gestaltet sich aber ähnlich wie beim Pave Ring eine Größenänderung schwierig und könnte teuer werden.

Der Memoire Ring wird häufig als Ehering, weniger häufig als Verlobungsring verschenkt.

Der Bandring

BandringDer Bandring ist der schlichteste unter den Verlobungsringen und zeichnet sich vor allem durch seinen hohen Tragekomfort und Alltagstauglichkeit aus.

Wie der Name vermuten lässt, besteht der Bandring aus einer durchgehenden Ringschiene. Im Gegensatz zum Memoire Ring, besitzt der Bandring in der Regel eine etwas breite Ringschiene. Eine breitere Ringschiene eignet sich gut für aufwendigere oder längere Gravuren in der Ringinnenseite.

Wie der Memoire Ring wird der Bandring bevorzugt als Ehering verschenkt. Wer es dabei ganz schlicht mag, kann den Ring ganz ohne Diamanten wählen. Möchte man ihn hingegen optisch etwas aufwerten, hat man auch die Möglichkeit einem Bandring mit kleinen, eingesetzten Diamanten zu kaufen.

Die Ringbreite beim Bandring ist entweder gleichmäßig breit oder wird an bestimmten Stellen breiter/schmaler. Eine typische Variation wäre beispielsweise den Ring nach oben hin breiter werden zu lassen.

Diese Variante eignet sich besonders dann, wenn man noch einen Diamanten einsetzen möchte

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Der Bandring ist besonders zu empfehlen, wenn Sie sehr viel mit den Händen arbeiten.

Wedding Sets

Wedding SetsWenn man Verlobungsring und Ehering einzeln kauft, kann es leicht passieren, dass Verlobungs- und Ehering optisch nicht optimal zusammenpassen.

Das führt besonders dann zu einem Problem, wenn man sich dafür entscheidet, den Verlobungsring weiterhin als Vorsteckring vor dem Ehering zu tragen (also beide Ringe gleichzeitig zu tragen).

Um diesem Problem entgegenzuwirken, bieten manche Juweliere so genannte „Wedding Sets“ an.



Bei Wedding Sets kauft man optisch aufeinander abgestimmt Verlobungs- und Eheringe in einem.

Die beiden Ringe ergänzen sich somit optimal. Das kann nicht nur optisch, sondern unter Umständen auch finanziell vorteilhaft sein.